Gaspreisvergleich

Niedrigere Umlagen: Gaskosten sinken ab Herbst um rund 5 Prozent

Heidelberg. Zum Beginn der Heizperiode im Oktober 2023 können Haushalte bei den Gaskosten mit einer deutlichen Entlastung rechnen. Zu diesem Termin werden zwei Gas-Umlagen, die auf den Gaspreis aufgeschlagen werden, auf 0 Euro abgesenkt. Dadurch sinken die Gaskosten für einen Musterhaushalt im Einfamilienhaus um rund 5 Prozent, was einer Entlastung von 130 Euro pro Jahr entspricht. Das ist das Ergebnis einer Auswertung des Vergleichsportals Verivox. Die Preissenkung erfolgt jedoch nicht automatisch – Gaskunden sollten daher ihren Tarif prüfen.

Zwei Gas-Umlagen werden auf Null gesetzt

Die für das deutsche Gasmarktgebiet verantwortliche Trading Hub Europe (THE) senkt ab dem 1. Oktober 2023 die Regelenergie-Umlage (auch: Bilanzkreisumlage SLP) von 0,57 Cent/kWh (netto) und die Konvertierungsumlage von 0,038 Cent/kWh auf jeweils 0 Cent/kWh.

Vor allem die Regelenergie-Umlage wurde im vergangenen Jahr stark erhöht, da hohe Kosten für den stabilen Betrieb der Gasversorgung befürchtet wurden. Tatsächlich liefen im Winter 2022/2023 jedoch Einnahmen für Regelenergie auf, so dass die Umlage wieder abgesenkt werden kann. Auch die Konvertierungsumlage, mit der die Konvertierung von H-Gas in L-Gas finanziert wird, kann angesichts eines guten Angebots an L-Gas wieder wegfallen.

Durchschnittliche Gaskosten sinken signifikant

Im August 2023 liegt der durchschnittliche Gaspreis pro Kilowattstunde für einen Haushalt im Einfamilienhaus mit einem Jahresverbrauch von 20.000 kWh bei 12,5 Cent/kWh (brutto), was jährlichen Kosten von 2.500 Euro entspricht. Durch die Senkung der Umlagen sinkt der Durchschnittspreis um 5 Prozent auf 11,85 Cent/kWh, was Gesamtkosten von 2.370 Euro und einer Entlastung von 130 Euro entspricht.

Der größte Teil der Entlastung geht auf die Regelenergie-Umlage zurück (122 Euro), die Konvertierungsumlage fällt wegen ihrer geringen Höhe weniger stark ins Gewicht (8 Euro).

Ein Single-Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 5.000 kWh wird um rund 33 Euro entlastet, bei einem Paar-Haushalt mit einem jährlichen Verbrauch von 12.000 kWh sind es rund 78 Euro.

Niedrigere Preise kommen nicht automatisch bei den Haushalten an

"Die gesunkenen Gas-Umlagen sorgen für eine willkommene Entlastung zum Beginn der nächsten Heizperiode", sagt Thorsten Storck, Energieexperte bei Verivox.

"Doch in bestehenden Gasverträgen kommen die niedrigeren Kosten nicht automatisch an. Darum können sich Neukundenangebote lohnen, bei denen die niedrigeren Gas-Umlagen bereits einkalkuliert sind."

Der Gaspreis für Neukunden liegt aktuell bei rund 9 Cent pro Kilowattstunde und bei einem Jahresverbrauch von 20.000 kWh rund 700 Euro unter dem derzeitigen Durchschnittspreis. Je nach aktuellem Tarif können Haushalte durch einen Wechsel des Gasanbieters mehrere Hundert Euro pro Jahr einsparen.

Wer noch nie den Tarif gewechselt hat und noch im Grundversorgungstarif des örtlichen Versorgers ist, kann jederzeit wechseln, die Kündigungsfrist beträgt dann nur zwei Wochen. Wer einen Tarif mit einer längeren Laufzeit gewählt hat, muss die vertraglich festgelegte Kündigungsfrist beachten. Hier sind unterschiedliche Fristen möglich – im Zweifelsfall gibt der Kundenservice des aktuellen Versorgers darüber Auskunft. Im Falle einer Preisänderung gibt es zusätzlich ein Sonderkündigungsrecht, das bis zum Zeitpunkt der Preisänderung genutzt werden kann.

Methodik

Die durchschnittlichen Gaskosten wurden anhand des Verivox-Verbraucherpreisindex ermittelt. Der Verivox-Verbraucherpreisindex berücksichtigt die Preise der örtlichen Grundversorger sowie die der wichtigsten überregionalen Versorger.

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